Petra Vogt: Erfahrungsbericht zur Adobes aktuellen Lightroom Mobile-App!

Aus aktuellem Anlass präsentieren wir Euch heute einen Gastbeitrag der Fotografin Petra Vogt.

Die renommierte Foto-Journalistin, Autorin und Fotolotsin testet regelmäßig neue Entwicklungen rund um Fotografie, iPad und Co. Sie hat sich die neue Mobile-Version von Adobe Lightroom – ein von uns favorisierten Tool zur Bildverwaltung – für uns angeschaut:

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Petra Vogt: Erfahrungsbericht zur Adobes aktuellen Lightroom Mobile-App!

Nun ist Lightroom Mobile schon ein paar Tage draußen und Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen: Erst einmal war ich begeistert, dass Adobe nun endlich selbst eine App für Lightroom herausbringt. Denn mittlerweile bin ich echt abhängig von dem Gerät und gehe ohne nicht mehr vor die Tür. Auch bei Shootings finde ich es sehr nützlich – etwa um drahtlos übertragene Aufnahmen dem Kunden für einen direkten ersten Eindruck zu präsentieren.

Bin ich unterwegs – und das ist oft der Fall – besteht oft auf dem Rückweg vom Shooting die Gelegenheit, eine erste Auswahl zu treffen. Dazu suche ich schon seit langem eine App fürs Tablet, die nahtlos mit Lightroom zusammenarbeitet. Das erspart mir u a., dass ich meinen Rechner auch noch mitschleppen muss. In der Vergangenheit habe ich bereits einige Apps getestet – u a. das populäre Photosmith, das meinen Vorstellungen noch am nächsten kam, wenn es denn stabil und performant funktioniert hätte –, aber ich war nie zufrieden. Es war umständlich die Apps zur Zusammenarbeit mit Lightroom zu bewegen und hat bei keiner so stabil und unkompliziert funktioniert, wie ich es mir gewünscht hätte.

Kein Wunder, dass ich aufhorchte, als die ersten Gerüchte zur Mobilversion aufkamen. Dan saß ich also auch letzten Dienstag sogar pünktlich zur Veröffentlichung um sechs in der früh an Rechner und iPad. Ich war erstaunt, dass man auch die Desktop-Version updaten musste, aber eigentlich ist es ja logisch. Beides war aber sehr schnell geladen. Da ich über ein CC-Abo verfüge, waren Lizenz und Login kein Problem. Die App synchronisiert sich wirklich schnell mit dem Desktop. Klasse finde ich, dass man einzelne Sammlungen gezielt synchronisieren kann, so dass man nicht immer den (bei mir riesigen) Gesamtkatalog abgleichen lassen muss. Übersichtlich präsentiert dann Lightroom Mobile auf dem iPad den Katalog. Tippt man auf eine Aufnahme gelangt man in eine Entwicklungsmodul.

Gute Lösungen…

Das finde ich ausgesprochen gut gelöst: Es enthält die wichtigsten Parameter zur Nachbearbeitung. Auch werden nützliche Informationen, wie etwa die Metadaten und sogar das Histogramm, eingeblendet. Danke, Adobe!

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… Ernüchterung …

Nach der ersten Begeisterung folgte auch bald die Ernüchterung, als ich beginnen möchte, meine Bilder zu bewerten und mit Stichworten zu versehen. Bei den Verwaltungsfunktionen ist Adobe sehr sparsam gewesen. Einzig die Flaggen sind in Lightroom Mobile verfügbar. Die Wahl zwischen „abgelehnt“ und „ausgewählt“ ist mir aber zu wenig. Ich würde gerne zumindest ein bisschen weiter abstufen – so wie es zum Beispiel die Sterne mit ihrem 5-stufigen Bewertungsschema ermöglichen. Verglichen mit den umfangreichen Bildbearbeitungsfunktionen scheint so eine „kleine“ Funktion trivial.

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Mich wundert, dass Adobe den Bereich so knapp gehalten hat. Dabei würde ich annehmen, dass viele Fotografen ihre Bildbearbeitung eher nicht am Mobilgerät erledigen. Dazu verwende ich ganz ehrlich lieber den kalibrierten Eizo und vor allem PIE.

… und Wünsche!

Klar ist es schön, das auch mal unterwegs machen zu können und dann noch so schön einfach und umfangreich. Viel wichtiger sind mir jedoch die Verwaltungsfunktionen. Bitte Adobe, legt da nach!

Immerhin tröste ich mich mit einem Gedanken übers Warten hinweg: So muss ich mir jetzt zumindest kein neues iPad kaufen. Das wäre nämlich womöglich fällig gewesen, wenn ich in Zukunft alle Shootings darauf erst mal gesichtet hätte.

PIE: Was meint Ihr? Arbeitet Ihr überhaupt mit dem iPad? Freut Ihr Euch über das mobile Lightroom?